Unterwegs in der Mongolei

Dong Hwan Kim war für mehrere Jahre als Missionar in der Mongolei unterwegs. Seit ein paar Jahren arbeitet und lebt er zwar wieder in Deutschland, allerdings bricht er immer wieder zu Reisen in die Mongolei auf, um dort bei der Verbreitung der Botschaft von Jesus mitzuhelfen.

Um einen Eindruck von dieser Arbeit zu bekommen, möchten wir Auszüge aus einem Reisebericht von November 2016 veröffentlichen. Wer Fragen dazu hat oder mehr wissen möchte, kann Dong Hwan Kim in unserer Gemeinde treffen und ansprechen.

Mongoleireise November 2016

Im November durften Andreas, Jannik und ich wieder die Mongolei besuchen. Wir wollten in der ersten Woche in den Westen des Landes reisen und in der zweiten Woche in den Osten. Allerdings hatte der Geländewagen, mit dem wir sonst unterwegs waren, einen Getriebeschaden. Jannik und ich reisten 3 Tage früher an, um einen gebrauchten Wagen kaufen zu können.

Unsere Route in den Westen führte uns zunächst wieder nach Har Horin, wo wir sehr eng mit einer Gemeinde verbunden sind. Wir übernachteten wieder einmal bei der Familie des Gemeindeleiters in dessen kleinem Ein- Zimmer- Häuschen. Die herzliche Gastfreundschaft dieser Familie lässt alle Gäste spüren, dass sie willkommen sind. Am Abend fand eine Versammlung statt mit den Geschwistern der Gemeinde. Die Gemeinde ist rührig und sehr bemüht, das Evangelium auf unterschiedlichste Art unter die Menschen zu bringen. Eine Kindergartenarbeit war der Startschuss vor vielen Jahren; das Gefängnis im Ort wird regelmäßig besucht. Auf dem Gemeindegelände haben sie einen Wasserbrunnen gegraben, durch den sie die unmittelbare Nachbarschaft mit frischem Wasser versorgen können. Seit einiger Zeit betreiben sie eine Bäckerei, in der ein entlassener, gläubig gewordener Gefangener bäckt. Und diesen Sommer haben sie ein Haus als Rehabilitationszentrum für entlassene Gefangene und „gestrandete“ Menschen gebaut.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Tosontsengel, den Kältepol der Mongolei. Wir hatten sehr gehofft, in Tes eine liebe Schwester noch treffen zu dürfen, Ischede, die schwer erkrankt war und auf dem Sterbebett lag. Aber die war 10 Tage vor unserer Ankunft heimgegangen. Ihre Beerdigung war die erste christliche Beerdigung in Tes. Ihr Leben war ein helles Licht für die Mitmenschen. Ihr Sohn besucht nun seit dem Tod auch die Gemeinde. Aber ihr verwitweter Mann, dem wir kondolierten und dabei das Evangelium bezeugen konnten, scheint ganz tief in einem buddhistischen fatalistischen Denken verstrickt zu sein: Was das Schicksal beschlossen hat, wird geschehen. Wozu also soll er Gott anrufen und sich retten lassen, wenn alles bereits beschlossen ist. Dieses Denken zeigt, wie dunkel der Buddhismus ist, der den Menschen nicht als mündig, sondern als dem Schicksal willenlos ausgeliefert sieht.

Unterwegs kamen wir im Schneegestöber an einer allein stehenden Jurte vorbei. Uns kam die Idee, den Menschen einen Besuch abzustatten. Diese einsamen Menschen freuen sich über Besuch, über Mitmenschen, mit denen man reden und plaudern kann. So öffnete sich uns sofort diese typisch mongolisch gastfreundliche Jurte. Wir wurden zum Niederlassen aufgefordert, die „Friedenspfeife“ (ein Fläschchen mit Schnupftabak, welches dem Gast zum Schnuppern gereicht wird als Zeichen, dass er willkommen ist) wanderte von einem zum anderen, Tee wurde gereicht, und dann war man ganz schnell im Gespräch über das Evangelium. Es ist schön, dass man eigentlich jeden Menschen fragen kann, ob er schon von Jesus gehört habe, und meist bekommt man eine ehrliche Antwort, die Interesse und Bereitschaft zum Zuhören signalisiert. Wir sind immer wieder überrascht von einem einfachen Leben, den harschen Lebensbedingungen und die große Freundlichkeit der Mongolen. Diese Jurte lag einsam zwischen 2 Ortschaften, die 100km voneinander entfernt sind.

Auf dem Rückweg nach Ulaanbaatar hielten wir zur Übernachtung wieder in Har Horin an. Als wir am nächsten Morgen weiter fahren wollten, wurden wir zurückgeschickt: alle Überlandstraßen in die Hauptstadt waren wegen eines Schneesturms gesperrt. Bei solchem Wetter sperrt die Polizei alle Straßen, damit niemand in Schneewehen stecken bleibt und erfrieren würde. So hatten wir einen weiteren schönen Tag bei den lieben Geschwistern in Har Horin und fuhren am nächsten Tag nach Ulaanbaatar zurück.

Am späten Abend erreichten wir Bajan Uul, wo die Geschwister bereits auf uns warteten. Das Wiedersehen mit vertrauten Gemeinden ist jedes Mal ein Highlight: die aufrichtige herzliche beidseitige Wiedersehensfreude macht die Herzen so richtig warm. In dieser Gemeinde setzten wir unsere letztes Jahr begonnenen Streifzüge durch den Jakobusbrief fort. Bibelarbeiten zu halten ist in der Mongolei eine besondere Freude – die Geschwister freuen sich an Gottes Wort mit einer unbekümmerten Ehrlichkeit. Wenn Jakobus über „Zorn-Management“ spricht, schauen sich die Geschwister an und sagen einander zunickend: „Das brauchen wir!“ Heuchelei ist etwas, was man in den mongolischen Gemeinden wenig bemerkt!

Wir durften auf dieser Reise wieder viel Bewahrung erleben. Der Wintereinbruch war dieses Jahr sehr früh und heftig – viele Hirten werden viele Tiere verlieren in diesem Winter! Der Herr brachte uns sicher durch den vielen Schnee. Wir durften den Geschwistern eine Ermutigung sein – und noch viel mehr waren sie uns eine Ermutigung! Die verstreuten Gemeinden haben uns einmal mehr daran erinnert, wie sehr diese jungen Herden Hirten brauchen. Hier sehen wir mit unseren Emmaus- Bibelkursen einen wichtigen Auftrag: die Hirten mit Nahrung versorgen, welche sie dann an die Herden weiter reichen können.

Andreas Reh und Dong Hwan Kim


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