Unterwegs in der Mongolei (April 2019)

Unterwegs in der Mongolei (April 2019)

Dong Hwan Kim war für mehrere Jahre als Missionar in der Mongolei unterwegs. Seit einigen Jahren lebt er wieder in Deutschland und bricht von dort immer wieder zu Reisen in die Mongolei auf, um bei der Verbreitung der Botschaft von Jesus mitzuhelfen. Um einen Eindruck von dieser Arbeit zu bekommen, veröffentlichen wir regelmäßig Auszüge aus seinen Reiseberichten.

Die Geschichte der heutigen christlichen Gemeinden in der Mongolei ist nicht älter als drei Jahrzehnte.

Nach 70 Jahren Kommunismus fanden 1990 die ersten freien Wahlen statt und infolge dessen öffnete sich die Mongolei für das westliche Ausland. Missionaren wurde die Einreise erlaubt, Gemeinden wurden gegründet und die Bibel wurde ins mongolische übersetzt. Viele Mongolen gehören noch zur ersten Generation der heutigen Christenheit. So auch Mashbat, der vor 20 Jahren zum Glauben kam. Im selben Jahr wurde auch seine Gemeinde in Har Horin gegründet, in der Stadt, aus der vor fast 800 Jahren Dschingis Khan die damalige Welt beherrscht hat.

Mashbat, heute Pastor dieser Gemeinde, war es wichtig, dass die Gläubigen die biblischen Aussagen über die Bedeutung von Nachfolge und Jüngerschaft verstehen. So freuten wir uns über seine Einladung zu Vorträgen in seiner Stadt. Und unsere Freude wurde größer als wir herzliche Gemeinschaft miteinander hatten und sahen, wie aufmerksam sie an den drei Seminartagen dem Wort Gottes folgten.

Im 500km entfernten Dorf Ikh Uul hörten die Gläubigen von diesem Treffen und entschieden sich spontan an den Bibeltagen teilzunehmen. 9 Personen, Alt und Jung, legten sie 9 Stunden Fahrt hinter sich und kamen mitten in der Nacht fröhlich in Har Horin an. Am nächsten Tag fingen sie sofort an sich in der Gemeinde nützlich zu machen: sie bildeten ein Begrüßungskomitee, das alle Seminaristen freundlich empfing, nach jedem Seminartag putzten sie den Fußboden und richteten den
Saal für den darauffolgenden Tag ordentlich wieder her und sie versorgten sich selbst, um die gastgebende Gemeinde zu entlasten. Nach Seminarende organisierten sie einen Fotografen, um Erinnerungsfotos von dem Treffen schießen zu lassen und die Abzüge an die teilnehmenden Gruppen zu verschenken. Sie glichen der Gemeinde zu Thessalonich, von der gute Werke im Glauben und Arbeit in der Liebe berichtet wurde (1 Thess. 1:3).

Unterwegs in der Mongolei (April 2019)

Dankbar über die zahlreiche Teilnahme und die gute Aufmerksamkeit ging es nach Baruun Urt zum nächsten Seminarort, der sich ca. 1000km östlich befand. Eine Besonderheit war eine überdimensional große Jurte, die der Gemeinde als Versammlungsraum dient. Dort durften wir mit den Seminaristen aus vielen unterschiedlichen Dörfern und Städten ebenfalls das Thema Jüngerschaft und Nachfolge bearbeiten.

Zu diesem Seminar kam auch Boldoo, dessen Leben zunächst tragisch begann: durch eine verkehrte Impfung wurden seine Beine im Säuglingsalter gelähmt. Und bis zu seinem 28ten Lebensjahr musste er auf allen vieren über den Boden gehen. Davon zeugen bis heute hin seine verhornten Fingergelenke.

Unterwegs in der Mongolei (April 2019)Völlig deprimiert über seinen Zustand begann er das Trinken und fasste eines Tages den Entschluss, dem eigenen Elend ein Ende zu setzen. Am betreffenden Tag schaltete er nach seiner Gewohnheit noch einmal das Radio an. Doch aus dem Radio sagte jemand, dass mit dem Tod nicht alles aus sei. Boldoo hatte einen christlichen Sender erwischt. Er rief beim Radio- Sender an, worauf ihn jemand zurückrief und sagte, dass er mit seinem Entschluss warten solle, bis er vorbeigekommen und mit ihm gesprochen habe. Am folgenden Tag erhielt Boldoo Besuch und begann von da an eine Gemeinde regelmäßig zu besuchen. Nach zwei Monaten bekehrte er sich zum Glauben an Christus.

Der Glaube an Christus blieb nicht ohne Folgen. Gott gab ihm die Kraft, dass er begann auf Krücken zu gehen, Auto zu fahren und einer Arbeit als Lederwarennäher nachzugehen. Und Gott gab ihm den Ruf in ein Dorf 600km von seiner Heimat entfernt als Missionar eine Gemeindegründungsarbeit zu beginnen. Trotz massiver Anfeindungen und Schlägen von Dorfbewohnern ließ er sich nicht entmutigen und setzte seine Missionsarbeit in einem anderen Dorf fort. Wie groß ist Gott, der einen hoffnungslosen Menschen, der buchstäblich am Boden lag, erwählt, ihn aufrichtet und als Mitarbeiter gebraucht, um durch das Evangelium Licht in die Finsternis der Welt zu bringen. Und Boldoo war uns eine Ermutigung, denn Gott sieht nicht auf unser Äußeres und unsere Kraft, sondern Gottes Kraft will in den Schwachen mächtig sein.

Und Boldoo hat Visionen für seine Zukunft: noch 5 Jahre will er in seiner Region Missionsarbeit betreiben und danach als Kurzzeitmissionar nach Nord- Korea. Denn Mongolen haben Visafreiheit für Nord- Korea.

Unterwegs in der Mongolei (April 2019)

Unser drittes und letztes Ziel war das Dorf Batshireet, nahe der russischen Grenze im Norden der Mongolei. Nach dem Weggang des Missionars war die bestehende Gemeinde geschrumpft, die Gläubigen versammelten sich unregelmäßig und bei unserer Ankunft trafen wir noch auf zwei gläubige Frauen und ein leeres Gemeindehaus. Nach anfänglicher Ratlosigkeit begriffen wir, dass Gott uns losschicken wollte, um die Dorfbewohner einzuladen. So teilten wir uns in Gruppen auf und gingen von Haus zu Haus, um die Bewohner zur Versammlung in der Gemeinde einzuladen. Fast immer wurden wir nach mongolischer Sitte zu einem Tee hereingebeten und konnten Alt und Jung Jesus bezeugen und zur Gemeinde einladen. Zu unserer Freude kamen an zwei Tagen so viele Kinder und Erwachsene, dass sich der Gemeinderaum füllte. Nach der Verkündigung des Evangeliums blieben die Erwachsenen zum Gespräch, die Jungen gingen nach draußen, um Fußball zu spielen und die Mädchen beschäftigten sich mit Malen und Musik. Wir waren erfreut, wie viele Gott zog, damit sie dem Evangelium zuhören konnten.

Auch auf dieser Reise konnten wir Gottes Kraft und Gnade in den Leben der Menschen erkennen. Wir waren ermutigt, dass Menschen Gottes Wort zuhörten, ihre Sünden erkannten, errettet wurden und verändert durch seine Wirkung begannen anderen zu dienen.

Dong Hwan Kim


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