Unterwegs in der Mongolei (Dezember 2018)

Dong Hwan Kim war für mehrere Jahre als Missionar in der Mongolei unterwegs. Seit einigen Jahren arbeitet und lebt er wieder in Deutschland und bricht von dort immer wieder zu Reisen in die Mongolei auf, um bei der Verbreitung der Botschaft von Jesus mitzuhelfen.

Um einen Eindruck von dieser Arbeit zu bekommen, möchten wir Auszüge aus einem Reisebericht von Juli 2018 veröffentlichen. Wer Fragen dazu hat oder mehr wissen möchte, kann Dong Hwan Kim in unserer Gemeinde treffen und ansprechen.

Mongoleireise Dezember 2018

Nachdem wir bei unserer letzten Reise im Sommer 2018 bereits bekannte Gemeinden besucht hatten, entstand der Wunsch, auf unserer nächsten Reise neue Gemeinden kennenzulernen und die Emmausarbeit bekannt zu machen.

Durch Sukhee, unserem Mitarbeiter erhielten wir Kontakt zu drei Gemeinden aus den westlichen Provinzen der Mongolei, die uns bisher unbekannt waren. Mit dem Ziel zunächst 3 neue Gemeinden kennenzulernen und bereits bekannte Gemeinden zu besuchen begannen wir von Ulaanbaatar, der Hauptstadt unsere Rundreise in den Westen der Mongolei, die etwa 4000km beinhalten sollte. Davon möchte ich einige Eindrücke schildern:

Auf dem Hinweg, nach 600km nutzten wir die Gelegenheit, Frau Ariuna und ihre Familie zu besuchen, die wir bereits mehrere Jahre nicht gesehen hatten. Obwohl wir erst gegen 2Uhr nachts bei ihr ankamen, nahmen sie uns, wie immer, mit herzlicher Gastfreundschaft auf. Schon öfters haben wir auf unseren Reisen in den Westen zu nächtlichen Zeiten unseren Zwischenstopp bei ihr eingelegt. Und immer wurden wir, wie auch diesmal, gut versorgt und konnten ausgeruht unsere Reise fortsetzen.

Am folgenden Tag setzten wir die Reise fort, doch nach wenigen Stunden bemerkten wir, dass am Auto etwas nicht stimmte. Zwei Keilriemen fielen fast gleichzeitig aus, obwohl sie vor kurzem erneuert wurden. Im Dorf Buuzagaan angekommen, suchten wir Hilfe und stießen auf den „Dorf –Automechaniker“, der im mongolischen Winter im Freien Autos reparierte und seine Jurte als Werkstatt umfunktioniert hatte. Da im Dorf keine Keilriemen zu erhalten waren, riefen wir Ariuna an, die ca. 4 Autostunden entfernt wohnte. Sofort machte sie sich auf und suchte, bis sie die passenden Riemen fand, um sie einem unbekannten Fahrer mitzugeben, der noch am selben Abend in unser Dorf fuhr. So erhielten wir schon gegen Mitternacht desselben Tages die notwendigen Ersatzriemen, obwohl wir 850km von Ulaanbaatar entfernt mitten in der Steppe, in einem kleinen Dorf feststeckten.

Während wir warteten, erfuhren wir, dass vor Ort eine Gemeinde namens „Wort der Gnade“ gibt. Dort nahmen wir Kontakt mit den Geschwistern auf, die uns zum Essen und zum Übernachten einluden. So hatten wir unverhofft ganz herzliche Gemeinschaft mit den Gemeindeleitern Altangadas und Dulamsuren, an denen wir sonst vorbeigefahren wären. Dulamsuren erzählte, dass sie in einem anderen Dorf vom Evangelium gehört habe und ohne es richtig verstanden zu haben, wurde ihr
wichtig, eine Gemeinde zu gründen. Erst im Nachhinein habe sie verstanden, wer Jesus ist und was das Evangelium bedeutet. Wie eigenartig sind doch die Wege Gottes, sein Reich zu bauen!

Doch seitdem dient sie mit ihrem Mann der Gemeinde, die sich auf ihrem Grundstück in einer eigenen Jurte versammelt. Durch die Arbeit ihres Mannes, der entlang der Hauptstraße eine Reifenflickwerkstatt betreibt, kommen sie mit vielen Reisenden in Verbindung. Sie sehen es als ihren Dienst, diesen Reisenden das Evangelium weiterzusagen und wenn es Gläubige sind, sie zu sich einzuladen.

In der Nacht fielen die Temperaturen auf minus 30Grad. Bis zum Nachmittag des darauffolgenden Tags mühten wir uns ab, um zwei Keilriemen aufzuspannen und den eingefrorenen Motor mit Feuer aufzutauen und anzulassen. Dankbar, dass endlich der Motor wieder lief, setzten wir gegen 16Uhr, bei Anbruch der Dunkelheit die Reise fort.

Inzwischen hatte sich unsere Ankunft beim Zielort Uyench in der Provinz Hovt um 2 Nächte verschoben, doch glücklicherweise harrten die Gläubigen aus. Bei unserer Ankunft gegen 4 Uhr morgens, empfingen uns die Geschwister ganz herzlich mit heißem Tee und Essen in der Gemeindejurte.

Der Gemeindeälteste Sukhbaatar sagte, dass Gott ihnen zuvor gezeigt habe, dass er durch die Bibeltage einen Schatz geben will. So waren schon ihre Herzen auf die Bibeltage vorbereitet gewesen. Nach einer kurzen Nacht starteten wir um 11Uhr die Bibeltage mit dem ersten Johannes Brief. Es war bewegend zu sehen, wie Gott sein Wort gebraucht, um an den Menschen zu wirken, von Sünde zu überführen und sie neu auf sein Wort auszurichten. Am Ende der Bibeltage gaben 13 von 15 Teilnehmern Zeugnis von dem, was Gott ihnen während der Tage deutlich gemacht hatte.
Sukhbaatar erzählte uns, dass er im Jahre 2007 als junger Gläubiger, nur 5 Monate nach seiner Bekehrung in das Dorf Uyench entsandt wurde. Seitdem dient er zusammen mit seiner Frau und den 4 Kindern der Gemeinde und versorgt seine Familie als Kleinunternehmer. Der älteste Sohn Hosbayar, gerade vom Armeedienst zurückgekehrt, diente uns in dem er u.a. nachts den Ofen befeuerte, den Boden wischte und das Essen servierte. Ihre Selbstverständlichkeit, mit der sie fröhlich der Gemeinde dienten, war uns ein leuchtendes Zeugnis.

Durch Frau Nayanchuluun, einer einheimischen Missionarin wurden wir ins Nachbardorf Bulgan, nahe der chinesischen Grenze eingeladen. Sie gab uns Zeugnis, wie sie in das Dorf Bulgan berufen wurde. Geboren und aufgewachsen ist sie in der Hauptstadt Ulaanbaatar, das ca.1400km entfernt liegt. Dort kam sie zum Glauben und besuchte eine Gemeinde, die im Dorf Bulgan eine Missionsstation unterhielt. Als dann der Missionar ausfiel wurden mehrere Personen angefragt, ob sie sich nach Uyench senden lassen. Nachdem alle absagten, kam zum guten Schluss der Gemeindeleiter auf sie zu und sagte, dass außer ihr keine andere Person übrig sei, den ausgefallenen Missionar zu ersetzen. Sie erkannte darin Gottes Ruf und war bereit mit Freude zu folgen. So zog sie mit Familie von der Hauptstadt auf das Land, nach Bulgan. Ihre Mutter, die damals bettlägerig war, hatte den Wunsch, bei ihr zu bleiben, so dass sie auch mitkam. Sie pflegte ihre Mutter bis zu ihrem Heimgang vor 3 Jahren und nun pflegt sie ihren Mann, der einen Schlaganfall erlitten hat, neben ihrem missionarischen Dienst in der Gemeinde. Regelmäßig trifft sie sich zum Bibelstudium mit jungen chinesischen Christen, damit sie in der Wahrheit gefestigt werden und in ihrer Heimat das Evangelium verkündigen.

Wir sind dankbar für die Bewahrung und Gottes Hilfe auf den Fahrten. Die Lebensberichte von Dulamsuren, Sukhbaatar und Nayanchuluun zeugen von einem Glauben und Hingabe, die Gott einsetzt, um in einsamen Regionen in der Mongolei seine Gemeinde zu bauen.

Dong Hwan Kim


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